Über Kathrin Severin

Zusammenhänge / Verbindungen / Netzwerke

 

Erforschen wie alles zusammenhängt und sich beeinflusst, Netzwerke und Verbindungen verstehen – wie alles mit allem Verbunden ist. Dies ist die Inspiration für die künstlerische Arbeit von Kathrin Severin. 

Zeichnungen, Malerei und Objekte zum Thema „Zusammenhänge“ entstehen seit vielen Jahren - seit Kathrin Severin von der farbigen Malerei zurück zur schwarz-weiss Zeichnung fand.

Eine gewaltige Buche in Italien war Inspiration für viele Jahre - angefangen beim Wurzelwerk bis hinauf in die Krone. Nach der äusseren Hülle, lange schon abgelöst vom Urbaum, ging der Blick ins Innere. Darstellen was nicht begeifbar ist, Formen erfassen die nicht zu verstehen sind, Zusammenhänge erfassen. Schon diese Formulierungen zeigen dass der Weg zum Dreidimensionalen vorgegeben war.

Zerbrechlich wirkende Baumobjekte aus Grafitpapier entstanden. Der weitere Weg führte zu Objekten aus PP Seilen. Diese Formen dienten zu Beginn modellhaft zum Begreifen und als Vorlagen zum Zeichnen, danach gewannen die  Objekte eine Eigenständigkeit, als Netzwerkstrukturen die eigentlich nur taktil zu begreifen sind. Wieder ausgehend vom Naturmaterial werden auch Astgebilde zusammengrfügt zu sich vernetzenden Kleinobjekten.

Netzwerkstrukturen sind auch Thema in den Zeichnungen, verschiedene Möglichkeiten von Verbindungen und Zusammenhängen werden untersucht. Ausgehend von Bleistiftlinien, die sich auf dem Malgrund zu Ästen entwickeln entstehen „Baumzeichnungen“ die zwar Netzwerke sind und doch als Bäume entziffert werden.

Unterschiedliche Netzwerkverbindungen werden auch, etwas konkreter, in einer work in progress Serie erstellt – Zeichnungen mit den Verbindungsmöglichkeiten – basierend auf  den immer gleichen Punkten.

Und in letzter Zeit kommt auch wieder die Farbe ins Spiel, Lichtfarben umgeben die Netzwerke.

Kathrin Severin ist Zeichnerin, sie ist eine Fragerin und eine Sammlerin  von Erkenntnissen.

Auf dieser Sinnsuche werden in nächster Zeit Porträts von Menschen im Mittelpunkt stehen. Porträts  - die auch wieder Zusammenhänge und Vernetzungen  zeigen werden.

 

Zeit. Spuren. Gedanken von Kathrin Severin

Ich bin ein gründlicher Mensch. Nicht systematisch, aber gründlich.
Tiefe ist mir wichtig. Ich erarbeite meine Themen über längere Zeit und aus
verschiedenen Gesichtspunkten. Oft steht zu Beginn eine naturalistische
Umsetzung, dann folgt die Annäherung an die Objekte. Mehr und mehr
entdecke ich die Langsamkeit – und mehr und mehr lasse ich Zufällen
keinen Raum in meinen Bildern.
Die Arbeit mit Grafitstiften auf grossen Formaten kommt mir entgegen.
Langsam wachsen meine Bilder auf mich zu. Feine, weisse Lasuren mit
Acrylfarbe halten die einzelnen Schichten fest und verstärken durch ihren Nebel
die Tiefenwirkung.
Licht und Schatten, Struktur und Perspektiven sind das Eine – das Andere sind
die Körper, das Organische, Gewachsene das mich interessiert.
Bäume sind für mich die Plattform um meine Gedanken darzustellen. Die
Auswirkungen der Zeit auf das Objekt, auf den Raum, auf den Menschen.
Zeit anhalten, Zeitgezeichnetes.
Die Bilder aus Pigment und Pastellkreiden umkreisen das selbe Thema.
Gezeichnetes, Verwittertes, Vergängliches, Verzeichnetes – Mauern. Inspiriert
haben mich die unzähligen Fotos von Mauern, die in den letzten Jahren
entstanden sind, vor allem in Italien und Marokko. Reste von Gold,
verblichenem Glanz – und lose Pigmente, in den verwitterten Formen, verwandt
mit den Farben der alten Gemäuer. Die Zeit hinterlässt ihre Spuren.
Zeit festhalten:
Ich zeichne und fotografiere viel, meine Skizzenbücher sind mir sehr wichtig.
In ihnen werden die Bilder festgehalten die ich dem Alltag entnehme.
Auf Reisen wachsen Bilder, langsam, mit der Zeit.